Senioren und Bedürftige auf Oktoberfest

Wiesn-Liebe kennt kein Alter: Dieser Fan ist 99 Jahre alt!

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Erda W. (99).

Die Stadt hat 1700 Senioren und Bedürftige auf das Münchner Oktoberfest eingeladen. Wir haben vier von ihnen getroffen.

München - Die Wiesn ist für alle da – aber nicht jeder kann sich den jährlichen Besuch leisten. Schon gar nicht im extremen München, wo den Superreichen eine steigende Zahl von Bedürftigen gegenübersteht.

Eine schwere Krankheit… Ein Schicksalsschlag… Die karge Rente… Gründe, die einen aus der Bahn werfen können, gibt es viele – aber die Folgen sind immer die gleichen: Es wird grau in der bunten Welt. Dagegen will die Stadt was tun – zum Beispiel mit solchen Aktionen wie am Montag. Da lud das Sozialreferat zusammen mit mehreren Wiesn-Wirten über 1700 Bedürftige aufs Oktoberfest ein. Essen, ratschen, Gemeinschaft erleben…

Zum Beispiel im Schottenhamel-Zelt, wo auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (59, SPD) vorbeischaute. Die tz war vor Ort und sprach mit vier Gästen über ihr Leben.

Ein hartes Leben

Erda W. (99) blickt auf ein hartes Leben zurück. Sie sagt: „Ich habe mir immer alles selbst erarbeitet, geschenkt wurde mir nichts.“ Daheim in Breslau (Wroclaw, Polen) musste sie Mutter und Geschwister pflegen. Seit 1954 lebt Erda in München. Sie und ihre beiden Kinder freuen sich auf den 100. ­Geburtstag.

40 Jahre als Dachdecker

Seit zwei Jahren lebt Valier Leonhart im ­Altersheim, zuvor war er 40 Jahre lang Dachdecker. Wenn er auf sein Leben zurückblickt, sagt er: „Ich hätte gern mehr von der Welt gesehen, wäre gern ein bisschen gereist…“ Jetzt freut er sich, dass die Welt gemeinsam mit ihm aufs Oktoberfest kommt…

Valier Leonhart.

Rente reicht nur knapp

Fritz Schneider (75) ist ein Münchner Kindl. Kurz vor seiner Rente hatte er im Jahr 2000 einen Schlaganfall. Trotzdem ist er „guat beinand“, wie er sagt. Die Rente reicht nur knapp, aber seine Laune lässt sich der 75-Jährige nicht verderben. „Man muss halt selber für ein bisschen Gaudi sorgen, sonst wird’s schnell langweilig.“ Da ist der Wiesn-Besuch eine wunderbare Sache.

Fritz Schneider.

Bittere Diagnose

Seit 2012 hat Eleonora Goferman (44) traurige Gewissheit: Sie leidet an Multipler Sklerose, so sagten es ihr damals die Ärzte. Zwölf Jahre lang wartete sie zuvor auf die Diagnose, das kostete sie viel Kraft. Mittlerweile arrangiert sie sich mit der Krankheit und hat einen Verein gegründet: Chronisch krank und JA! zum Leben. Auf diese Weise will Eleonora anderen Kranken helfen.

Eleonora Goferman.

Auf unserer Wiesn-Themenseite auf tz.de erhalten Sie alle Infos zum Oktoberfest 2017.

Wladimir Kaseko

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