Fleischlos (un)glücklich

Als Vegetarier auf der Wiesn? Unser großer Test zeigt: Das geht!

Auf der Wiesn, dem Paradies der Fleischeslust irgendwo zwischen Hendl und Ochsenfetzen, kann man auch als Vegetarier satt werden. Glauben Sie nicht? Hier kommt der Beweis.

Tatsache: Wir meinen diese Seite hier ernst! Auf der Wiesn, dem ­Paradies der Fleischeslust ­irgendwo ­zwischen Hendl und Ochsenfetzen, kann man auch als Vegetarier satt ­werden. Und: Es muss nicht immer der klassische Obazde sein. Immer mehr Zelte und Standl bieten ja mittlerweile auch fleischlose Gerichte an. Grad recht für Wiesn-Besucher wie Marlen Victoria. Die Münchnerin ist 22 Jahre alt, seit acht Jahren Vegetariern und im letzten Ausbildungsjahr zur Ernährungstherapeutin. Wir sind mit ihr über die Wiesn geschlendert und baten sie, eine kleine Auswahl an vegetarischen und veganen Gerichten zu beurteilen.

Hier geht’s um die Bratwurst

Bratwürste sind ein Klassiker – ausgewählte Stände bieten auch vegetarische Varianten an. Marlen freut sich auf Kräuter-Tofuknacker und Rostbräterle in der Semmel am Stand in der Straße 2 (vegetarische Bratwurst für 3,50 €). Doch als die Verkäuferin die Tofu-Würste auf den selben Rost legt wie das Fleisch, macht Marlen große Augen. „Jemand, der strikter ist als ich, würde es nicht mehr essen.“ Der Geschmack: schön würzig, allerdings ist die Wurst nicht warm genug. Am ­Ende überzeugt der Preis.

Geschmack 

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Eine echte Alternative

Dieses Sellerieschnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat gibt’s für 16,20 Euro im Herzkasperlzelt auf der Oiden Wiesn. Mit Salatblatt, Zitrone und frischen Kräutern wird der Teller hübsch angerichtet. Die Beilage, der Kartoffelsalat, schmeckt schön frisch, so urteilt Marlen. Der Sellerie hätte aber noch etwas dünner geschnitten sein können, dann wäre er schnitzelähnlicher. Insgesamt schmeckt das Gericht unserer Testesserin. „Eine deftige bayerische Alternative“, sagt sie. Und: „Eine gute Grundlage fürs Bier.“

Geschmack 

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Schmeckt und macht satt

Auch dieses Gemüse-­Gulasch mit Spätzle für 14,50 Euro gibt’s im Herzkasperlzelt auf der Oiden Wiesn. Das Gericht schmeckt würzig, als Fleischersatz dienen Schwammerl. Die Sauce ist schön cremig, findet Marlen. Ihr Urteil: „Eine gute, vollwertige Mahlzeit, die satt macht.“

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Lecker wie Leberkäs

Neben normalem Leberkäs gibt es am Stand „Altbayerische Spezialitäten“ (Wirtsbudenstraße 86) für 5 Euro auch eine vegane Variante aus Seitan (fleischähnliches Weizen-Eiweiß). Chef Franz Anthuber ist selbst seit 30 Jahren Vegetarier. Marlen muss einen Moment warten, denn das Gericht wird auf Nachfrage frisch zubereitet. Semmel, Seitan-Scheibe, süßer Senf, rosa Farbe – rein optisch macht der vegane Leberkäs schon mal einen guten Eindruck. Und auch geschmacklich überzeugt er sie.

Geschmack 

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Zu viel Sahne

Die hausgemachten Topfen-Nudelteigtaschen mit Rahmschwammerl (10,50 Euro) sprechen Marlen auf der Karte vom Augustiner-Zelt an – was sie ­serviert bekommt, entspricht jedoch nicht ihren Vorstellungen. „Das ist in Sahne ertränkt!“ Sie schmeckt: ­Sahne, Petersilie, Pilze. Was in der Teigtasche ist, könnte sie nicht sagen, wenn sie es nicht vorher gelesen ­hätte. Einen Pluspunkt gibt es jedoch für den Salat, der als Beilage mit den Teigtaschen kommt.

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Dieser Burger zwiebelt ganz schön

Am Stand der Münchner Fischbraterei vor dem Armbrustschützenzelt gibt’s für Veganer zwei Gerichte auf die Hand. Marlen entscheidet sich für den Vegan-Burger – Semmel, Pflanzl, Dillsauce, Salat (6,50 Euro). „Ich schmecke vor allem Zwiebel und Semmel“, sagt Marlen. „Das Fleischpflanzl schmeckt wie ein vegetarisches Fertig-Schnitzel.“ Insgesamt erinnere sie das Gericht mehr an eine Fischsemmel.

Geschmack 

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Wiesn-Faktor 

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Janina Ventker

Rubriklistenbild: © Philipp Guelland

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