Polizei ermittelt

Frauen-Aktivistin erfindet Sex-Überfall auf Wiesn-Heimweg

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Eine Frau vor dem Riesenrad. Auf dem Oktoberfest ist die Gefahr, Opfer einer Sexattacke zu werden, höher als anderswo.

Eine Mitarbeiterin der „Aktion Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ hatte behauptet, auf dem Heimweg vom Oktoberfest überfallen und sexuell missbraucht worden zu sein. Dies hat sie aber wohl erfunden.

Es ist ein Schlag ins Gesicht für eine Gruppierung mit einem wichtigen Anliegen. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ soll, das ergaben die Ermittlungen der Polizei, einen sexuellen Überfall erfunden haben. Die Polizei ermittelt gegen die Frau wegen des Vortäuschens einer Straftat.

Mit diesem Logo wirbt die Aktion Sichere Wiesn für ihr wichtiges Anliegen.

Die Aktion „Sichere Wiesn“ ist seit 2003 eine Anlaufstelle für Frauen, die auf dem Oktoberfest sexuell belästigt wurden. Dafür bekommt sie vom Stadtjugendamt laut Sozialreferat jährlich eine Förderung von 19 000 Euro, darf Räume der Stadt hinter dem Schottenhamel-Zelt nutzen. Nach dem diesjährigen Oktoberfest gab es große Aufregung: Wie die Aktion mitteilte, sei eine Mitarbeiterin auf dem Heimweg von einer Gruppe Männer „überfallen und verletzt“ worden. Ihr sei empfohlen worden, ein Krankenhaus aufzusuchen. Der Polizei gemeldet hatte die Mitarbeiterin den Übergriff allerdings nicht. Auch die Aktion selber hatte weder Stadt noch Polizei informiert. Aufgrund der Berichterstattung in der Presse nahm die Polizei aber eigenständig Ermittlungen auf und stellte fest: Die Aussagen der 37-Jährigen sind wenig glaubhaft. „Gegen die damals mutmaßlich Geschädigte wird nun in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschung eingeleitet“, sagte Polizeisprecher Werner Kraus unserer Zeitung.

Für die Aktion Sichere Wiesn, die maßgeblich von den Mädchenschutzvereinen Amyna und Imma sowie dem Münchner Frauennotruf getragen wird, ist das ein enormer Imageschaden. Die Initiativen wollten sich gestern auf Anfrage nicht äußern. Deshalb ist noch unklar, welche Konsequenzen die Aktion aus dem vorgetäuschten Überfall zieht. Auch über das Motiv der ehrenamtlichen Mitarbeiterin wurde gestern nichts bekannt.

Ob der Vorfall politische Konsequenzen haben wird, ist ebenfalls offen. Das Sozialreferat sah sich gestern außerstande, in der Kürze der Zeit eine Einschätzung abzugeben. Bürgermeister Josef Schmid (CSU), der auch Wiesn-Chef ist, erklärte: „Die Aktion erfüllt einen wichtigen Zweck. Der Sachverhalt muss von denjenigen aufgeklärt werden, die zuständig sind.“

wei

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