Zur Halbzeit:

Ernüchternde Bilanz: Weniger Besucher, weniger Bier

München - Die Verantwortlichen sprechen von einer „Genießer-Wiesn“. Die nackten Zahlen der Halbzeit-Bilanz sind dagegen weniger schön: Um gut zehn Prozent ist der Besucherandrang auf dem weltgrößten Volksfest zurückgegangen. Auch der Bier-Konsum sinkt.

Flaute auf der Wiesn: Das Münchner Oktoberfest hat bisher deutlich weniger Gäste angezogen als in den Vorjahren. In der ersten Woche besuchten nur rund drei Millionen Menschen die Wiesn, das waren rund 300.000 weniger als im vergangenen Jahr. Diese eher ernüchternde Halbzeitbilanz präsentierte am Sonntag Wiesnchef Josef Schmid (CSU). Vor zwei Jahren waren es zur Halbzeit sogar noch 3,5 Millionen Gäste gewesen. Nun hoffen die Wiesn-Macher bis zum kommenden Sonntag auf einen starken Endspurt.

Auch der Durst und Appetit der Wiesn-Gäste nahm ab, wenn auch vergleichsweise gering: Zwei Prozent weniger Bier schenkten die Wirte auf dem weltgrößten Volksfest bislang aus. Heuer kostet die Maß Bier in allen Festzelten mindestens zehn Euro - so viel wie nie zuvor. Auch der Fleischkonsum ging zurück: Bislang wurden nur 55 Ochsen verspeist, vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt noch 60 gewesen. Zudem wurden nur 22 statt 27 Kälber verzehrt.

Freie Sitzplätze auch abends in den Zelten

Die Bierzelte, sonst abends regelmäßig wegen Überfüllung geschlossen, bieten in diesem Jahr oft ein anderes Bild: Kaum Warteschlangen an den Eingängen, entspannte Ordner, freie Plätze. Wirtesprecher Toni Roiderer nahm den ruhigen Betrieb entspannt auf: „Die Zelte sind ein bisschen leichter zu managen, weil nicht so viel Druck drauf ist.“ Auf der „Oide Wiesn“, dem historischen Teil des Volksfestes, blieb der Besuch dagegen nahezu unverändert.

Vor allem das eher durchwachsene Wetter sehen die Wiesn-Macher als Hauptursache für den Besucherrückgang. Vor allem in den Abendstunden war es den Oktoberfest-Besuchern für einen ausgiebigen Bummel über die Festwiese zu kühl. „Das ist etwas, das uns nicht so gut gefällt“, räumte Wiesnchef Schmid ein. Auch die Schausteller zogen mit ihren Buden und Fahrgeschäften bislang weniger Kundschaft an. Auch seien Gäste aus dem benachbarten Ausland nur eher „zögerlich“ gekommen.

Zurück ging laut Polizeisprecher Wolfgang Wenger auch die Zahl der Diebstähle und Maßkrugschlägereien. Zwar habe es bislang 1092 Einsätze (zur Vorjahres-Halbzeit: 1071 Einsätze) gegeben. Dies hänge jedoch zusammen mit der fast doppelt so hohen Zahl der präventiven Ingewahrsamnahmen von Störenfrieden. Von einer Krisen-Wiesn wollte der Sprecher der Münchner Polizei nichts wissen: „Wir wissen gar nicht, was das ist.“ Nach der ersten Woche gehe man von einer „normalen“ Wiesn aus.

Für die zweite Halbzeit blieben die Veranstalter optimistisch - nicht zuletzt wegen des nahenden Monatswechsels: „Wenn der 1.10. da ist und das Gehalt überwiesen wurde, dann kommt man wieder auf die Wiesn“, meinte Wiesnchef Schmid zuversichtlich.

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dpa

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