Auch Anwohner verstört

„Noch nie so schlimm wie heuer“: Lokalpolitiker mit drastischer Oktoberfest-Bilanz - Wirbel um „VIP-Parkplatz“ 

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Der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe hat eine verheerende Wiesn-Bilanz gezogen (Symbolbild).

Die Verantwortlichen der Stadt München zogen 2019 eine positive Wiesnbilanz. Anwohner und der Bezirksausschuss (BA) Schwanthalerhöhe kommen zu einem ganz anderen Ergebnis.

München - Der stellvertretende BA-Vorsitzende des Bezirksausschusses Thomas Hofstätter (CSU) fand gar: „Noch nie war es so schlimm wie heuer!“

Sperren wíe diese seien teilweise gar nicht errichtet gewesen während des Oktoberfests, heißt es im BA. 

Für besonders großen Ärger sorgte die Verkehrssituation in diesem Jahr. „Immer wieder hören wir vom Kreisverwaltungsreferat, es werde genug getan“, sagt Stadträtin Ulrike Boesser (SPD), ebenfalls Mitglied im BA. „Wir alle hier können das Gegenteil bestätigen.“ Schilder seien nicht aufgestellt worden, Sperrflächen würden nicht freigehalten und Parkkontrollen insgesamt viel zu selten, so das einstimmige Urteil.

Der BA hält das nicht für Zufall. CSU-Mann Hofstätter beobachtete beispielsweise: „Nach der Wiesn hatten alle Falschparker wieder einen Zettel an der Windschutzscheibe.“ Dass in der letzten Zeit andere Stadtbezirke ihre Regelungen verschärft haben und beispielsweise in der „Abstellkammer“ Siegenburger Straße das Parken nur noch für Pkw und nicht mehr für Campingwagen gestattet ist, verschärfe die Situation auf der Schwanthalerhöhe zusätzlich. Und selbst wenn Falschparker erwischt würden: Eine Gebühr von 15 Euro halte niemanden ab, sagen die BA-Mitglieder.

Oktoberfest 2019: Anwohner zweifeln an Bemühungen der Behörden

Und auch die Anwohner hatten ihre Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Bemühungen der Behörden, die Schwanthalerhöhe vor dem Verkehr zu schützen: „Mein Eindruck war, dass die Anordnungen des KVR vom Baureferat mehr oder weniger ignoriert wurden“, berichtete einer von ihnen im BA. Es gibt ein Konzept, das die Umgebung der Theresienwiese in Sperrzonen einteilt. Doch die Zufahrtssperrbeschilderung sei an vielen Ort nicht aufgestellt, sondern nur in den Grünstreifen abgestellt worden. „Wenn das Baureferat die Schilder nicht aufstellt, ist jeder Polizist und jeder KVR-Außenbeamte machtlos.“

Erneut für Ärger sorgte auch der Schneckenplatz am Verkehrsmuseum. Bereits vor dem Oktoberfest hatte der BA Bedenken geäußert, denn in den Jahren zuvor sei der Platz, der ursprünglich als Parkfläche für Einsatzkräfte angedacht war, als inoffizieller VIP-Parkplatz genutzt worden.

„Beobachtungen werden wir dann an das KVR und das Baureferat weitergeben“

Wem die Parkfläche tatsächlich dienen soll, teilte das Kommunalreferat auf Anfrage während der Oktoberfestzeit nicht mit. „Der für die Erteilung der Zugangsberechtigungen zuständige Mitarbeiter ist leider nicht im Dienst“, hieß es lediglich. Erreichbar sei er nur am letzten Wiesnfreitag – „unter Umständen“. Ob rechtens oder nicht: Auf einigen Parkgenehmigungen in den abgestellten Fahrzeugen waren auch in diesem Jahr die Namen von Wiesnwirten zu lesen. Immerhin parkten dort insgesamt weniger Autos.

Der Bezirksausschuss wird bis Ende des Monats einen eigenen Abschlussbericht anfertigen. Die BA-Vorsitzende Sibylle Stöhr von den Grünen kündigte an: „Unsere Beobachtungen werden wir dann an das KVR und das Baureferat weitergeben.“ Den Anwohnern bleibt somit nur zu hoffen, dass man im nächsten Jahr eine bessere Lösung findet. 

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Vincent Suppé

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