Oktoberfest-Bilanz

Kommentar zum Besucherrückgang: Endlich eine gemütliche Wiesn!

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Ramona Weise ist tz-Wiesn-Reporterin.

München - "Die schon so oft geforderte gemütliche Wiesn – heuer hatten wir sie." Der Kommentar zur Wiesn-Bilanz von tz-Redakteurin Ramona Weise.

Die Aufregung war groß zu Beginn des 183. Oktoberfests – die Stadt verunsichert durch den Amoklauf am OEZ und die Anschläge von Würzburg und Ansbach. Der Zaun um die Wiesn und das neue Sicherheitskonzept: am Anfang in aller Munde.

Und wahrlich nicht alles klappte auf Anhieb. Das befürchtete Chaos bei der Gepäckabgabe blieb zwar aus. Wer mit welcher Tasche aufs Gelände kam, erschien aber oft vor allem einem geschuldet – dem Zufall. Die Stadt besserte nach. Und mit dem Verlauf des Festes – und für viele Besucher spätestens nach einem „Servus“ eines Polizisten am Eingang – rückte das Thema Sicherheit in den Hintergrund. Hier schien sie wieder durch, die eigentlich so typische Gelassenheit der Stadt.

Gut so! Eine hundertprozentige Sicherheit vor Gefahren kann es nirgendwo geben. Zur Wahrheit gehört aber auch: Der ein oder andere Münchner mochte heuer nicht auf die Wiesn kommen. 5,6 Millionen Besucher sollen es insgesamt gewesen sein – 300.000 Gäste weniger als im Vorjahr, und das trotz eines Zusatztags. Ein Grund zur Panik liefert die schwächste Wiesn seit dem Jahr der Terroranschläge vom 11. September (2001: 5,5 Millionen Besucher) trotzdem nicht.

Denn die wahre Qualität des Oktoberfests zeigt sich nicht in den Besucherzahlen. Sondern darin, dass auch Familien wieder spontan einen Platz im Zelt bekommen. Es ist an der Zeit, umzudenken: Die schon so oft geforderte gemütliche Wiesn – heuer hatten wir sie.

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