Oktoberfest 2017

Er ist der Hausarzt der Wiesn und erzählt einen Fall, den er nie vergisst

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Hilft gerne: Doktor Andreas Schabenberger.

Auf der Oktoberfest-Sanitätsstation behandelt Andreas Schabenberger nicht nur Bierleichen – sondern auch Schausteller, Wirte und Polizisten.

München - Es gibt Tage, an denen muss Andreas Schabenberger (48) Träume zerstören. Etwa wenn eine weinende Wiesn-Bedienung bei ihm sitzt, die in einen zerbrochenen Krug gelangt und sich die Beugesehne an der Hand durchtrennt hat. „Dann ist das Fest leider für sie gelaufen.“

Schabenberger arbeitet als Arzt auf der Wiesn-Sanitätsstation. Dabei kümmern er und die vielen anderen Ärzte und Sanitäter sich aber nicht nur um Bierleichen oder humpelnde Ballerina-Trägerinnen. Schabenberger ist gleichzeitig auch so etwas wie der Hausarzt des Oktoberfests.

Was viele Besucher nicht wissen: Das Team der Sanitätsstation betreut auch alle, die auf der Wiesn arbeiten. Wirte, Budenbetreiber, Hendlbrater, Polizisten, Bedienungen. Nicht immer die einfachsten Patienten. Wenn ein Schausteller einen Infekt hat, schauen die Ärzte auch mal im Wohnwagen vorbei. Bei einer älteren Dame von einem Fahrgeschäft zeigte sich ein anderes Problem: Sie hatte sich den Unterarm gebrochen. „Der Gips behinderte sie beim Kartenabreißen“, so der Arzt. Die renitente Schaustellerin protestierte. Also modifizierten die Ärzte ihren Gips, so dass der Arm beweglicher war.

Solange es medizinisch vertretbar sei, versuchten die Ärzte ihre Patienten für ihre Arbeit auf der Wiesn wieder fit zu machen, sagt Schabenberger. „Viele der Menschen, die auf dem Oktoberfest arbeiten, brauchen das Geld.“ Im Allgäu betreibt der Arzt eine Praxis für Allgemeinmedizin. Seit fünf Jahren arbeitet Schabenberger auf der Oktoberfest-Sanitätsstation mit.

Von der Blase am Fuß über Schnittverletzungen oder auch einen Herzinfarkt wird er mit dem gesamten Spektrum an Erkrankungen konfrontiert. Aus der Ruhe bringen ihn die Vorfälle nicht: In Österreich fliegt er mit dem Hubschrauber zu Bergrettungs-Einsätzen, ist außerdem als Notarzt aktiv.

Über einen Fall auf der Wiesn-Sanitätsstation musste Andreas Schabenberger im Nachhinein schmunzeln. Eine Touristin wurde eingeliefert. Symptome: Brustschmerzen, die in den Hals ausstrahlen. Typisch für einen Herzinfarkt. „Wir haben sofort alle Maßnahmen ergriffen, ein EKG geschrieben.“ Doch es stellte sich heraus: Es lag nur ein Übersetzungsproblem vor. Die Frau war hingefallen – und auf Hals und Brust gestürzt.

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