Oktoberfest 2017 

Wirte steigen auf Preisbremse: Wiesn-Mass bleibt unter elf Euro

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Wirte steigen auf Preisbremse:

Neues von den Wiesn-Wirten: Der Höchstpreis der Mass auf dem Oktoberfest soll in diesem Jahr bei 10,95 Euro liegen - das sind 25 Cent mehr als im Vorjahr.

München - Eine moderate Erhöhung? Über diese Frage schieden sich gestern die Geister. In den meisten Jahren hatten die Wirte den Bierpreis um durchschnittlich 30 Cent angehoben. Ähnlich könnte es heuer aussehen. Recherchen unserer Zeitung ergaben, dass zum Beispiel der Masspreis im Marstall und in Käfers Wiesnschänke von 10,60 auf 10,90 Euro ansteigen soll, im Löwenbräuzelt von 10,60 auf 10,80 Euro.

Für Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) ist der Umstand, dass die Elf-Euro-Marke nicht geknackt wird, keine Erfolgsmeldung: „Es war klar, dass sich die Bierpreisspirale jetzt weiter fröhlich nach oben schraubt. Genau das wollte ich mit meiner Bierpreisbremse verhindern“, sagt der Bürgermeister. Vor einigen Wochen hatte Schmid eine Reform des Oktoberfests einläuten wollen – unter anderem eine Deckelung des Bierpreises bei 10,70 Euro. „Den Anstieg in diesem sowie in den kommenden Jahren haben diejenigen zu verantworten, die sich politisch dagegen gestemmt haben“, sagt er jetzt. „Leidtragende sind die Wiesnbesucher.“ CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl wird noch schärfer: „Diese Bierpreiserhöhung haben die Münchner der SPD, den Grünen und nicht zuletzt dem OB zu verdanken. Wer sich jetzt darüber freut, dass der Masspreis noch unter elf Euro liegt, hat die Gefühlslage dieser Stadt nicht verstanden.“

Konträr äußert sich Helmut Schmid, Wiesn-Experte der SPD: „Es war zu erwarten, dass der Preis nicht über elf Euro steigt. Die Wirte sind vernünftig. Sie wissen, was angemessen ist. Dazu braucht man keine Bierpreisbremse.“ Wirtesprecher Toni Roiderer zollte seinen Zunftkollegen „höchsten Respekt für die Preisgestaltung – bei diesen gestiegenen Kosten“. Wie hoch der Masspreis in seinem Hackerzelt sein wird (2016: 10,60 Euro), verriet er nicht.

Bürgermeister Schmids Drei-Punkte-Plan sah unter anderem eine Umsatzpacht für die Wirte vor. Hintergrund sind die gestiegenen Sicherheitskosten für das größte Volksfest der Welt: Mehr Ordner, Taschen- und Rucksackkontrollen, ein neuer Zaun – all das ließ die Ausgaben der Stadt von 5,3 auf 10,7 Millionen Euro in die Höhe schnellen. Die Mehrkosten wollte Schmid auf die Wirte umlegen. Bisher zahlten die Unternehmer Standgebühren für ihre Zelte. Diese Abgaben bemaßen sich an der Quadratmeterzahl, nicht aber an dem, was verdient wurde. Eine vom Umsatz abhängige Pacht sei gerechter, so Schmids Argument.

Aber auch teurer für die Wirte. Schmid rechnete so mit Einnahmen von 8,6 Millionen Euro. Zuzüglich der Schaustellergebühren (1,7 Millionen Euro) und sonstiger Einnahmen (430 000 Euro) wären die Gesamtkosten refinanziert gewesen. Um zu verhindern, dass die Wirte die Mehrkosten auf die Mass umlegen, hatte Schmid vor, einen Bierpreisdeckel einzuführen. Maximal 10,70 Euro sollte die Mass in den nächsten drei Jahren kosten. Damit war der Wiesn-Chef im Mai im Stadtrat aber ebenso gescheitert wie mit dem dritten Vorschlag, das Oktoberfest dauerhaft um einen Tag zu verlängern. Die Umsatzpacht wurde indes befürwortet.

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