Brauereien auf der Wiesn

Das Hofbräu

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Hofbräu

München - Seiner Gnaden Herzog Wilhelm V. von Bayern höchst selbst hat Hofbräu seine Gründung im Jahre 1589 zu verdanken – oder vielmehr dem Durst seines verwöhnten Hofstaates.

Denn die hohen Herren und Damen mochten den Sud nicht, der damals die Kessel der Münchner Brauereien verließ. So musste der Herzog für teures Geld Bier aus Einbeck in Niedersachsen importieren. Der Regent beschloss darum am 27. September 1589, eine eigene Brauerei zu eröffnen. Noch am gleichen Tag wurde dem Kloster Geisenfeld sein Braumeister Heimeran Pongraz abgeworben. Das war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält und sich im Hofbräu-Festzelt auf dem Oktoberfest widerspiegelt.

Das Hofbräuhaus am Platzl

Damals wurde in München vor allem schweres Braunbier hergestellt. Das aber schmeckte dem Sohn Wilhelms, Maximilian I., gar nicht. Er sicherte darum seinen Brauereien das Monopol auf sein geliebtes Weißbier – und dem Hof eine sprudelnde Einnahmequelle. Der Erfolg war so umwerfend, dass Maximilian eine neue Braustätte für das Weißbier in Auftrag gab – so entstand das heute weltberühmte Hofbräuhaus am Platzl.

Bis 1610 hatten nur der Hof und einige Auserwählte das Bier des Hofbräu kosten dürfen. Dann gestattete Maximilian den Wirten, seinen Gersten- und den immer beliebter werdenden Weizensaft an das Volk auszuschenken. Das Geld, das er damit einnahm, verwendete er für die Braustätte am Platzl.

Hofbräu als Retter der Stadt

Hofbräu rettete die Stadt München sogar vor Tod und Zerstörung: Im Dreißigjährigen Krieg wollten 1632 die feindlichen Schweden von Plünderung und Brandschatzung der Stadt nur absehen, wenn sie 344 Eimer Maibock vom Hofbräu erhielten. Die Beliebtheit dieses Bockbiers, das als ältestes der Stadt gilt, hält bis heute an. Auch das Oktoberfest-Bier soll vom Hofbräu stammen und 1812 zum ersten Mal kredenzt worden sein – zu Ehren seiner Majestät Maximilian I. Joseph. Sein Fast-Namensvetter König Maximilian II. schließlich war es, der das Hofbräu 1852 dem bayerischen Staat übereignete, dem es bis heute gehört.

Das breite Hofbräu Sortiment

Inzwischen ist das Haus am Platzl keine Braustatt mehr. Schon 1896 zog die Brauerei an die Innere Wiener Straße. Dort wurde bis 1988 gebraut. Dann war auch diese Brauerei zu klein. Heute wird HB in modernen Anlagen in München-Riem hergestellt. Längst aber gibt es nicht nur Braun- und Weißbier von HB. Gebraut werden Original, Dunkel, Münchner Weiße, schwarze Weißem Maibock, Sommer-naturtrüb, Oktoberfestbier, Festbier, Kristall, leichte Weiße, alkoholfreie Weiße, alkoholfreies Helles und HB Pure. Insgesamt stellt Hofbräu rund 300.000 Hektoliter Bier im Jahr her.

Das Oktoberfestbier hat einen Alkoholgehalt von rund 6,3% und hat einen süffigen Geschmack mit leicht hopfen-blumigen Ausgang. Es passt hervorragend zu Haxen, Hendln und Brotzeit.

Ausgeschenkt wird es im Hofbräu-Festzelt.

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