Peitschenhiebe auf dem Oktoberfest

Tierquälerei: PETA erstattet Anzeige gegen Brauereien

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Pferdekutschen bringen die Bierfässer traditionell zum Oktoberfest.

Sie setzen sich für das Pferdewohl auf dem Oktoberfest ein: Tierschützerin Julia Maier startete eine Unterschriftenaktion, PETA erstattet Anzeige.

München - Sind die prächtig geschmückten Pferdegespanne der Brauereien auf dem Münchner Oktoberfest Tradition oder Tierquälerei? Tierschützerin Julia Maier (29) findet, dass das Wort „Tradition“ hier als Deckmantel für eine anachronistische Tierqual und eine nicht artgerechte Tierhaltung fungiere.

Julia Maier

Deshalb startete sie im August 2016 die Online-Petition "Schluss mit Pferden & Pferdefuhrwerken auf dem Oktoberfest in München!", gerichtet an den Münchner Stadtrat und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Der Auslöser dafür sei der Unfall auf dem Oktoberfest 2016 gewesen, bei dem ein Pferdegespann außer Kontrolle geraten war und einen betrunkenen Besucher überrollt hatte.

Mehr als 37.000 Unterschriften übergeben

Maier hat mit der Aktion mittlerweile über 40.000 Unterschriften gesammelt. Anfang Februar übergab sie diese dem tierschutzpolitischen Sprecher der SPD im Landtag, Herbert Woerlein, wie der BR berichtete. Er wolle das Thema im Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz einbringen. "Dass wir heute eine Petition vorliegen haben, die einige ärgert und mit der einige gar nichts anfangen können, ist uns vollkommen bewusst. Aber wir werden das genau prüfen, denn der Tierschutz war viel zu lange hinten angestanden", sagte Woerlein zum BR.

Anzeigen von PETA

Nun hat sich die Tierrechtsorganisation PETA in die Diskussion eingeklinkt. Die Tierschützer haben Ende 2016 Strafanzeige gegen diverse Münchner Brauereien erstattet. Augustinerbräu werde etwa die tierschutzwidrige Ständerhaltung während des Oktoberfestes vorgeworfen. Die Tiere seien – sofern sie nicht auf dem Oktoberfest Kutschen ziehen mussten – in der Landsberger Straße ständig angebunden in schmalen, halb offenen Boxen gehalten worden. Wie PETA auf ihrer Homepage mitteilten, habe das Kreisverwaltungsreferat mitgeteilt, dass die Brauerei bis zum nächsten Oktoberfest eine tierschutzgerechte Aufstallungsform, beispielsweise eine Einzelboxenhaltung, umsetzen soll. 

Angezeigt worden sei auch der schlechte Zustand der Hufe bestimmter Pferde. Die zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführte Überprüfung bestätigte diesen Vorwurf laut Behörde nicht. Spatenbräu wurde vorgeworfen, die Pferde mit Leinen und Peitschen misshandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft München I habe nun mitgeteilt, dass die Fuhrleute gemäß einem veterinärärztlichen Gutachten zweifelsfrei unangemessen gehandelt und gegen § 1 Tierschutzgesetz verstoßen haben. Es habe sich jedoch lediglich der Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit ergeben, weil das Leiden der Tiere als nicht längeranhaltend eingeschätzt worden sei. Zur weiteren Verfolgung sei das Verfahren nun an die Verwaltungsvbehörde weitergegeben worden.

Jennifer Bretz

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