1. Wiesn
  2. Wiesn
  3. News

Wiesn-Comeback nach Corona-Pause: Der „Gastronaut“ erwartet eine „ganz andere Party“

Erstellt:

Von: Lukas Schierlinger

Kurt Höller und die Wiesn
Gastro-Coach Kurt Höller ist großer Wiesn-Fan. © imago/Zonar/fkn

Als „Gastronaut“ reist Kurt Höller durch die Welt der Kulinarik. Das Oktoberfest hat es ihm besonders angetan. Wie wird das Comeback nach zwei Jahren Pause?

München - „Wir müssen dankbar sein, dass wir solch ein Fest in Bayern haben. Die ganze Welt beneidet uns.“ Im persönlichen Gespräch lässt Kurt Höller keinen Zweifel: Er, der „Gastronaut“, ist ein absoluter Wiesn-Fan. Ausflügler kennen den quirligen Murnauer als langjährigen Betreiber des LIDO-Restaurants am Staffelsee. Inzwischen reist der 56-Jährige als „Gastronaut“ durch die Welt der Kulinarik. Höller berät Gastronomen, arbeitet als Service- und Umsatz-Coach sowie „Impulsgeber“, wie er auf seiner Homepage schreibt. Mit dem Oktoberfest-Virus wurde er bereits früh infiziert.

„Meine Oma ist damals von Willy Heide (langjähriger Festwirt der Bräurosl, d. Red.) als älteste Wiesn-Bedienung ausgezeichnet worden“, berichtet Höller mit leuchtenden Augen. „Die Maria stemmt lässig noch acht Mass“, titelte die tz im Jahr 1985. Seither hat Höller das größte Volksfest der Welt in seinen Bann gezogen.

Oktoberfest-Comeback nach Corona-Pause? „Wird immer Leute geben, die Vorbehalte haben“

„Ich bin zu 99,9 Prozent überzeugt davon, dass sie stattfindet. Nach zwei Jahren Pause ist es auch wirklich überfällig“, will der „Gastronaut“ Skepsis bezüglich der Wiesn-Austragung 2022 gar nicht erst aufkommen lassen. Gleichwohl habe die Corona-Pandemie zu spürbaren Einschnitten geführt: „Es wird immer Leute geben, die Vorbehalte haben. Die Wiesn wird nicht so sein wie 2019. Ich glaube schon, dass die Party zurückkommen wird. Aber es wird eine ganz andere Party sein.“ Höller rechnet damit, dass viele ausländische Gäste dieses Jahr fernbleiben werden. Er sinniert: „Vielleicht wird es eine gemütlichere Wiesn, mit nicht so viel Remmidemmi.“

Ich bin zu 99,9 Prozent überzeugt davon, dass sie stattfindet. Nach zwei Jahren Pause ist es auch wirklich überfällig

Kurt Höller glaubt an das Wiesn-Comeback

Den perfekten Tag auf der Theresienwiese geht Höller ohnehin entspannt an. „Wenn die Wiesn erwacht, ist‘s am schönsten. Zwischen 9 und 11 kann ich mich in aller Ruhe umschauen und vielleicht auch schon Kontakte zu Service-Mitarbeitern aufbauen, die ich noch nicht kenne“, erklärt der Murnauer. Das zahle sich aus, wenn die Festzelte später aus allen Nähten platzen. „Ich bekomme eigentlich immer einen Platz“, sagt Höller. Sein Tipp: Das Oktoberfest in kleineren Gruppen zu besuchen, sei nicht nur gemütlicher, sondern erleichtere auch die Platzsuche.

Video: Söder zweifelt nicht an Oktoberfest - trotz Krieg und Corona

„Gastronaut“ fordert Wertschätzung für Wiesn-Mitarbeiter: „Kostet nicht die Welt“

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Gastro-Berater rückt Höller bei Kunden das Thema Wertschätzung in den Fokus. „Glückliche Mitarbeiter machen glückliche Gäste“, sei während seiner Zeit als Restaurant-Betreiber immer ein zentrales Mantra gewesen. „Das setzen die Wirte toll um, indem sie die Wiesn-Mitarbeiter zum Auftakt ausführlich begrüßen“, lobt der 56-Jährige.

Für die Mitarbeiter an seinen „Stammplätzen“ überlegt sich Höller gerne kleine Aufmerksamkeiten. „Ich kaufe Tassen oder kleine Wiesn-Pins für sie. Das kostet nicht die Welt, sorgt aber oft genug für Verblüffung“, sagt Höller. „Aber bitte nicht mit Bestechung verwechseln.“

Der Fachkräftemangel in der Gastronomie stimmt den Murnauer nachdenklich. Gute Bedienungen seien enorm schwer zu finden. Daher dürfe man am Tisch „zum Kennenlernen ruhig ein Gespräch aufbauen: ‚Wie geht‘s dir, was fühlst du eigentlich nach zwei Jahren Wiesn-Pause?‘“ Es sei nur konsequent, Servicekräften während des stressigen Arbeitsalltags mit ein Aufmerksamkeit zu begegnen. Oder wie Höller in seiner E-Mail-Signatur endet: „Mit wertschätzenden Grüßen“.