Nach 80 Jahren weg - Zoff mit der Stadt

Jetzt schäumt's! Poschner klagt gegen Wiesn-Aus

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Christian (v.l.) und ­Thomas Luff, Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, Berni, Jan und Paulina Luff: Hier stoßen sie auf Poschners 80. Wiesn-Jubiläum an …

München - Die Wiesn hat noch nicht angefangen, aber schäumen tut’s schon! Poschner’s Hühner- und Entenbraterei hat nach mehr als 80 Jahren Wiesn-Tradition keine Zulassung bekommen: Jetzt klagt das Traditionsunternehmen gegen den Nichtzulassungsbescheid der Stadt!

Florian Besold, Anwalt der Betreiber-Familie Luff, sagt der tz: „Die Verantwortlichen versichern immer wieder, dass sie münchnerische Tradition auf der Wiesn erhalten wollen. Warum verdrängen sie dann ein Unternehmen, das jahrzehntelang alle Vorgaben erfüllt hat?“

Statt Poschner’s Braterei soll Josef Able, der ältere Bruder von Marstall-Wirt Siegfried Able, einen Standplatz für seinen „Goldenen Hahn“ bekommen. Ein weiteres „Champagner-Zelt“, so Anwalt Besold. Und: „Ich habe nichts gegen das neue Unternehmen. Aber dort wird mit einem Event-Frühstück und großer Musikunterhaltung geworben – das entspricht nicht der Ausschreibung.“

Besold kritisiert, dass bei der Vergabe immer mehr der Eindruck einer „Vetternwirtschaft“ entstehe. Able habe in Sachen Hühnerbraterei „nicht annähernd gleiche Sachkenntnis“ wie die Familie Luff.

Wiesn-Chef Josef Schmid (45, CSU) wollte gestern keine Stellungnahme abgeben – sein Sprecher verwies auf das laufende Verfahren. Auch OB Dieter Reiter (57, SPD) und Wirte-Sprecher Toni Roiderer (70) gaben keinen Kommentar ab. Josef Able war bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen.

Und jetzt? Anwalt Besold verweist darauf, dass sich der Stadtrat am Dienstag noch einmal mit der Vergabe beschäftigen wolle. Er bringt eine Doppellösung mit Poschner und Able ins Spiel.

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