Polizei und Tierschutz eingeschaltet

Ponybesuch vor Schützenzelt: Gegenseitige Schuldzuweisungen

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Zum Wiehern? Sonja Schubert mit ihrem Pony Mira in der Wilderer Bar vorm Schützenzelt.

Der Ponybesuch in der Wilderer Bar vor dem Schützenzelt zieht immer größere Kreise. Nun könnte sich sogar der Tierschutz einschalten.

München - Hoppala. War das jetzt eine Mass zu viel - oder passiert das grad wirklich? Das dürften sich am Montagnachmittag eine ganze Reihe von Wiesn-Besuchern im Biergarten des Schützenzelts gefragt haben - da kam nämlich ein lebendiges Pferd vorbei­spaziert. Was zunächst einfach nur seltsam war, ist mittlerweile ein Fall, mit dem sich Polizei, Stadt und Tierschützer beschäftigen - und wie die ganze Sache entstanden ist, darüber gibt’s unterschiedliche Darstellungen.

Montagnachmittag gegen drei war’s - da führte eine Mitarbeiterin von Schuberts Pony-Reitbahn eines ihrer Pferde in die Wilderer-Bar. Das ist ein abgetrennter Bereich im Biergarten vor dem Schützenzelt.

Hier gehören die Tiere hin: Sonjas Schwester Lu posiert mit ihren Welsh-Ponys im Stall.

Schützenzelt-Wirt: Wie kann man einem Tier so etwas antun?

Ludwig Reinbold (30), Wirt des Schützenzelts, ist sauer: „Ich verstehe nicht, wie man einem Tier so etwas antun kann. Zum Glück ist nichts passiert. Von meinen Leuten war die Aktion definitiv nicht geplant.“

Lu Schubert (26), Tochter des Reitbahn-Betreibers, sagt der tz: „Wenn wir gewusst hätten, was wir für einen Wirbel auslösen, hätten wir uns niemals auf den Blödsinn eingelassen.“ Nach ihrer Darstellung war es der Chef der Wilderer-Bar, der sie und ihre Schwester um den Pferde-Besuch gebeten hat. „Zuerst haben wir gezögert“, sagt Lu, „ich hatte gleich ein ungutes Gefühl.“ Trotzdem hätten die Schwestern schließlich eingewilligt.

Gäste machen Handy-Fotos mit dem Pony

Die Leute vom Schützenzelt widersprechen: Der Barchef habe nichts von der Aktion gewusst, so Wirt Reinbold. Unstrittig ist, dass Sonja Schubert (25) ihrem Pony Mira um kurz vor drei ein Halfter anlegte und das Pferd in Richtung Wilderer-Bar führte. Dort hatten einige Wiesn-Gäste dann ihren Spaß: Sie machten Handy-Fotos von sich und dem Pony an der Bar.

Weniger lustig war das Geschehen in den Augen der Polizei: Beamten der Wiesn-Wache kamen dazu, erteilten der Pferdehalterin einen Platzverweis. Das Pony sei mehrfach durchgegangen, habe gescheut, so berichten die Polizisten. Lu Schubert betont dagegen: „Alles lief geregelt ab.“ Folgen kann die Aktion dennoch haben. Das Kreisverwaltungsreferat prüft, ob ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt.

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SB

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