Rhythmus im Blut: So erleben die Musiker die Wiesn

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Bei "Smoke on the Water" trumpft Gitarrist Christian Singer auf. Seit 12 Jahren spielt er in der Augustiner-Kapelle.

München - Ein trostloses Pflaster wäre die Wiesn ohne ihre Musiker. Jeden Tag spielt Christian Singer im Augustiner. Uns verrät er, wie hart die zwei Wochen für die Band sind - und wie schön.

Er ist der Star des Abends – zumindest für ein paar Minuten. Da trumpft Gitarrist Christian Singer (48) im Augustiner richtig auf. Das Lied: Smoke on the Water. Die Stimmung: am Siedepunkt. Der Gitarrist: relativ cool. Er ist ja Berufsmusiker. Dennoch: „Klar ist es eine Ehre, beim größten Volksfest der Welt zu spielen, mit dem besten Bier der Welt.“

Kaum vorstellbar, wie die Wiesn ohne Menschen wie ihn wäre: Kein Fliegerlied, kein letztes Lied am letzten Tag bei Wunderkerzen im ganzen Zelt. Für alle Wiesn-Helfer, von den Sanis bis zu den Zuckerwattedrehern, lässt das P1 dafür am letzten Wiesn-Abend eine riesige Dankeschön-Party steigen; und wir verlosen Karten (siehe unten).

Christian Singer machen die zwei tollen Wochen riesigen Spaß. Vor allem natürlich, wenn sein ganzes Musikerkönnen gefordert ist - bei den jazzigen Harmonien eines Beatles-Medley etwa. Der schönste Moment für ihn ist, wenn er am Tag vor dem Anstich so manchen Band-Kollegen nach einem Jahr wiedersieht. Wenn das Zelt beim Soundcheck noch frisch und rein ist, die Band noch gut gelaunt.

Bayern oder Ballermann: Die Wiesn-Zelte im Vergleich

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Die Musiker wissen: Vor ihnen liegen zwei harte Wochen, 17 Tage sogar in diesem Jahr. "Der Akku wird immer leerer", gibt Singer zu, der seit 12 Jahren in der Augustiner-Band um Kapellmeister Reinhard Hagitte die sechs Saiten zupft. Der Staub in der Luft, der selbst mitverursachte Geräuschpegel, die langen Stunden, sie zehren am Körper und am Nervenkostüm der Bandkollegen.

Einer wird fast immer krank, und dann hockt bald die ganze Kapelle da mit Tablette, Grippemittel und Hustentee. Aber sie spielen weiter. Überraschend allerdings ist: Heuer und im letzten Jahr hat es sie nicht erwischt. "Vielleicht hängt das mit dem Rauchverbot zusammen", meint Gitarrist Singer.

Im echten Leben gibt er übrigens Musikunterricht an zwei Münchner Gymnasien - und zwei seiner älteren Schüler spielen sogar auf der Bühne im Augustiner mit, stundenweise am Nachmittag.

Mehrere hundert Notenblätter stecken in den Mappen der Kapelle - da gibt es fast kein Stück, mit dem sie nicht das Zelt zum Kochen bringen können. Einmal allerdings, ein paar Jahre ist das her, scheiterten sie an "Biene Maja". Ein Gast wünschte sich das Lied, wollte sogar viel Geld dafür zahlen. Aber so sehr sie sich das Hirn zermaterten: Den Profis wollten die Harmonien und der Text der ersten Strophe nicht einfallen. Im Jahr drauf aber hatten sie's fest im Programm.

Kolja Kröger & Matthias Bieber

Quelle: oktoberfest.bayern

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