Oktoberfest 2017

Übergriff auf „Sichere Wiesn“-Mitarbeiterin verschwiegen? 

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Der Heimweg vom Oktoberfest ist gerade für Frauen nicht ungefährlich.

Die Aktion „Sichere Wiesn“ ist eine Anlaufstelle für Frauen, die auf dem Oktoberfest sexuell belästigt wurden. Doch nun stellt sich heraus, dass der Träger der Aktion eine Attacke auf eine der Mitarbeiterinnen verschwieg. Helferinnen beschweren sich, ihre Sicherheit würde hintenangestellt.

München - Sie helfen seit 2003 auf der Wiesn Mädchen und Frauen, die sexuell belästigt oder bedroht werden - und wurden für ihre Arbeit mit Preisen ausgezeichnet. 

Doch heuer, an einem der letzten Wiesntage, wurde eine ehrenamtliche Mitarbeiterin der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ selbst auf dem Heimweg von einer Gruppe Männer attackiert und verletzt. Pikant: Die Aktion „Sichere Wiesn“ hatte den Vorfall zunächst unter Verschluss halten wollen.

Erst auf eine Anfrage dieser Zeitung vom Montag bestätigten die Träger-Organisationen - die Vereine Amyna, Imma und der Frauennotruf - den Vorfall. Die Stadt - in Person der Schirmherren OB Dieter Reiter (SPD), zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) und dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) - wurde erst am Dienstag über den Vorfall informiert.

Mitarbeiterin war wegen ihrer Verletzungen im Krankenhaus

Man habe die attackierte Frau schützen wollen, sagt Sprecherin Christine Rudolf-Jilg von Amyna. Die Betroffene habe beim „Security Point“ der Aktion in den Räumlichkeiten der Stadt hinter dem Schottenhamelzelt gearbeitet. Einen Tag nach der Attacke habe die Frau dann eine Zuständige des Organisationsteams über den Vorfall informiert. Aufgrund „noch bestehender Verletzungen“ sei ihr empfohlen worden, eine Klinik aufzusuchen. Dort sei sie versorgt worden. Angezeigt sei die Attacke nicht worden. 

„Sichere Wiesn“-Mitarbeiterinnen prangern an, dass auf das Wohl der Helferinnen von Seiten der Träger-Organisationen weniger geachtet werde als auf das der Wiesn-Besucherinnen. Der Nachhauseweg sei zwar kurz thematisiert worden, dennoch seien sie zum Teil mitten in der Nacht auf sich gestellt gewesen. 

Christine Rudolf-Jilg: „Wir werden jetzt besprechen, wie wir den Heimweg auch für unsere Mitarbeiterinnen noch sicherer machen.“ Eine geplante Feier zu 15 Jahren „Sichere Wiesn“ am Samstag wurde abgesagt.

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Zum Oktoberfest 2017 stellte die Anlaufstelle noch am letzten Wiesntag ihre Bilanz vor. Mehr dazu lesen Sie hier.

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