Nicola und Oliver Söhnges

Wiesn-Serie: Diese beiden sind immer hoch auf dem Fest-Wagen

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Nicola und Oliver Söhnges vor dem Festwagen

O‘zapft is‘ heißt es am 22. September zum Anstich der 185. Wiesn. In unserer Serie stellen wir die wichtigen Protagonisten vor. Diesmal Nicola und Oliver Söhnges - beide sind heuer zum 13. Mal beim Wirte-Einzug dabei.

München - Für Nicola und Oliver Söhnges (beide 47) ist die Wiesn die schönste Zeit im Jahr: wenn sich die Münchner blind verstehen, wenn Bier und Blasmusik die Sinne berauschen, wenn das Hendl himmlisch schmeckt. Klar, dass die beiden sofort ja gesagt haben, als sie von ihrem langjährigen Freund, Festwirt Peter Inselkammer (48, Armbrustschützenzelt), gefragt wurden, ob sie nicht mal mitfahren mögen – im Wagen hinter der königsblauen Kutsche, in der die Wirtefamilie sitzt.

Nicola und Oliver Söhnges (li.) sind heuer zum 13. Mal beim Wirte-Einzug dabei. Die beiden feiern im Wagen hinter der Kutsche, in der die Familie Inselkammer sitzt.

Königlich – ja, so haben sich auch die Söhnges gefühlt, als sie auf ihrem Weg zum Festgelände von Tausenden Touristen bejubelt wurden. In den Händen: bunte Schnittblumen. Im Körper: Anspannung und Adrenalin. Die Gedanken: voller Glück. Denn: „Was sich da jedes Jahr auf der Schwanthalerstraße abspielt“, sagt Oliver Söhnges, „ist der Wahnsinn.“ All die Familien, die am Straßenrand stehen und staunen. All die Kinder, die mit großen Augen nach oben spähen und davon träumen, irgendwann selbst mal mitfahren zu dürfen. Und: All die Menschen, die daheim vor dem Fernseher sitzen und das Spektakel aus der Ferne verfolgen. „Einfach unglaublich.“

Die Söhnges sind seit klein auf live dabei. „Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern“, erzählt Nicola Söhnges, „wie ich früher an der Hand meiner Eltern die Guttis vom Boden aufgeklaubt habe, die die Wirte in die Menge geworfen haben.“ Der Platz hinterm Kutscher? „Schien damals unerreichbar.“

Bereits zum 13. Mal dabei

Heuer sind die Söhnges bereits zum 13. Mal dabei. Das Weißwurstfrühstück am Viktualienmarkt, das Einsteigen in den Festwagen, das Gespräch mit dem Kutscher – lange Tradition. Zur Gewohnheit wird der erste Wiesn-Tag aber wohl nie. Zu groß sei die Vorfreude, zu schön der Moment. Die Stimmung im Wagen: „jedes Jahr magisch.“ Egal, ob es regnet und die Trachten triefen. Egal, ob man zu Fuß zur Theresienwiese marschieren muss, weil die Pferde auf halber Strecke bocken. Egal, ob man erst nach dem offiziellen Anstich auf dem Festgelände ankommt, weil sich der Zug verzögert hat – so wie vor zwei Jahren. Schließlich seien es genau solche Momente, sagt Oliver Söhnges, die den Wirte-Einzug einzigartig machen.

Um die Zeit bis zum Anstich zu verkürzen, haben die Söhnges vor ein paar Jahren einen sportlichen Stammtisch ins Leben gerufen. Mit von der Partie sind auch Peter und Katharina Inselkammer. Nach der ersten Runde Beachvolleyball fliegen traditionell ein paar Anekdoten übers Netz. Geschichten aus dem Bierzelt, Erinnerungen an die Wiesn, „die schönste Zeit im Jahr.“

Das Armbrustschützenzelt.

Das Zelt in Kürze:

Bierpreis: 11,40 Euro

Die Brauerei: Paulaner

Halbes Hendl: 11,40 Euro

Schmankerl: Sauerbraten vom „Bayern-Ox“ in herzhafter Soße mit Semmelknödel für 18,75 Euro

Günstig essen: Ein relativ günstiges Hauptgericht ist das „Altbayerische Bierbratl mit Kartoffel-Gurkensalat“ – eine große Portion vom Wammerl, die gut satt macht, kostet 16,35 Euro.

Sitzplätze: 5820 Plätze im Zelt, 1640 im Garten (davon 200 überdacht)

Raucher: Ein Raucherbalkon befindet sich auf der Rückseite des Zeltes. An den Seiten gibt’s außerdem zwei zusätzliche Raucherbereiche: sie sind zu erreichen, ohne das Zelt zu verlassen

Musik: Die Platzl Oktoberfest Kapelle ist die Hauptkapelle im Armbrustschützenzelt. Sie spielt von Montag bis Freitag von 12 bis 22.30 Uhr und am Wochenende von 11 bis 22.30 Uhr. In der Pause musiziert die Band myOmei aus Pfaffenhofen (18.30 Uhr bis 20 Uhr)

Heuer neu: In Zusammenarbeit mit der Schafkopfschule München gibt’s im Armbrustschützenzelt spezielle Mittags-Reservierungs-Angebote für Kartler

Die Wirtsfamilie Inselkammer.

Die Wirtefamilie

1990 stieg die Familie Inselkammer in die Riege der großen Wiesn-Wirte auf. Zuvor hatte sie fünf Jahre lang mit dem Zelt Platzl-Wirt, dem heutigen Glöckle-Wirt, Erfahrungen gesammelt. Außerdem führen die Inselkammers seit dem Jahr 1956 das Platzl-Hotel – zum Familienbesitz gehören auch das Restaurant Pfistermühle und das Wirtshaus Ayingers. Als Helmut Huber 1990 seine Konzession für das Armbrustschützenzelt verlor, wurden Peppi und Peter Inselkammer sen. (re.) große Wiesn-Wirte. Heute führen Sohn Peter und seine Frau Katharina (li.) das Zelt, zu dem auch eine angrenzende Schießhalle gehört.

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