Wiesn 2019: Alle Infos zu den Wirten

Jetzt geht‘s Schlag auf Schlag: Mathias Reinbold vom Schützenfestzelt schaltet beim Golf ab

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Beim Golfen entscheidet allein der Spieler über Sieg oder Niederlage. Für Mathias Reinbold die perfekte Gelegenheit, um den Kopf freizukriegen.

Wiesn 2019: Vor dem Oktoberfest stellen wir Ihnen die Wirte vor. Wie findet Mathias Reinbold vom Schützenfestzelt seinen Ausgleich? Außerdem gibt‘s alle Infos zum Zelt.

München - Die Vorfreude steigt: Am 21. September startet die Wiesn. Zur Einstimmung erfahren Sie in unserer großen Oktoberfest-Serie, was die Wiesn-Wirte fernab des Oktoberfests so treiben. Wir durften die Gastronomen jeweils einen Tag lang begleiten. Mathias Reinbold vom Schützenfestzelt nimmt uns mit zum Golfen - für ihn mehr als nur ein Sport...

Was ist das Gegenteil der Wiesn? Für Mathias Reinbold, den Wirt des Schützenfestzelts, ist es das Golfen. Denn während er sich derzeit darum kümmert, dass ab dem 21. September Bedienungen, Lieferanten und Security-Mitarbeiter reibungslos zusammenarbeiten, kann er sich auf dem 18-fach durchlöcherten Rasen ganz auf sich konzentrieren. Auf dem Grün entscheidet allein seine Leistung, ob der Ball im Wasser oder im Loch landet – für Reinbold das perfekte Kontrastprogramm zur stressigen Wiesn-Zeit.

Mathias Reinbold bei einer seiner ersten Golfstunden. Seitdem ist viel passiert, die Liebe zum Golfen ist aber geblieben.

Wiesn 2019: Wiesn-Wirt Reinbold bekommt Kopf beim Golfspielen frei

Sobald Reinbold seinen Golfsack aus dem Kofferraum holt, lässt er Bierbestellungen und Tischreservierungen hinter sich. Damit das auch so bleibt, trennt der 33-Jährige strikt: „Geschäft ist Geschäft, Golf ist Golf.“ Reinbold trifft keine Deals im weißen Golfkart – er macht seinen Kopf frei. „Ich spiele nur mit Freunden – zum Spaß und mit Gaudi“, sagt der Wiesn-Wirt, der das Schützenfestzelt gemeinsam mit seinem Bruder Ludwig (32) und seinem Vater Edi (76) leitet.

Wiesn 2019: Reinbold ist Wirt, leitet ein Restaurant und ist Papa geworden

Ab und zu abzuschalten ist wichtig: Reinbold hat nicht nur Wiesnvorbereitungen auf dem Terminkalender stehen, sondern auch noch das Restaurant Zum Franziskaner zu leiten. Hinzu kommt eine ganz neue Herausforderung: Der 33-Jährige ist vor wenigen Monaten Papa geworden. Zwischen Windeln wechseln und Gäste versorgen muss er die Zeit fürs Golfen geradezu freischaufeln. 

Früher war das anders. Vor knapp 20 Jahren schwingt Reinbold zum ersten Mal einen Golfschläger. Zu seinen besten Zeiten trainiert er zweimal die Woche, bestreitet viele Turniere. Seine Leistung kann sich sehen lassen: Er schafft es bis auf Handicap 11 – liegt man unter 18, gilt man als spielstarker Golfer. „Heute habe ich Handicap 14“, sagt Reinbold – trotzdem schwingt in seiner Stimme Ehrgeiz mit, das wieder zu verbessern.

Obwohl Reinbold auf dem Foto im Golfkart sitzt: Am liebsten golft er zu Fuß.

Den Ehrgeiz hat er wohl Papa Edi Reinbold zu verdanken. Der heute 76-Jährige hat das Schützenfestzelt zu seiner heutigen Größe gebracht und auch seine Söhne bestens auf die Aufgabe als Wiesn-Wirte vorbereitet. Auch beim Golfen gab der Papa früher den Schlag vor. Heißt: Papa Edi spielte zuerst ein Loch vor und seine Söhne mussten ihn um einen Schlag unterbieten, um zu gewinnen. „Erst haben mein Bruder und ich gegen ihn verloren, irgendwann aber hat sich das geändert”, lacht Reinbold.

Wiesn 2019: Bruder Ludwig ist noch besser im Golfen

Seinen Bruder Ludwig allerdings schlägt er nur selten beim Golfen. „Mein Bruder macht sich nicht so viele Gedanken, sondern schlägt einfach drauflos”, erklärt Mathias. Ludwig hat Handicap 12. Zwei Punkte besser als Mathias. Für den 33-Jährigen ist das ein Ansporn: „Ich spiele gerne mit Leuten, die besser spielen als ich. Die ziehen einen mit.“ Und so schlägt sich Reinbold frei, um dann, wenn es Ende September im Schützenfestzelt wieder Schlag auf Schlag geht, einen kühlen Kopf zu behalten.

Das Zelt in Kürze

  • Bierpreis: 11,80 Euro
  • Die Brauerei: Löwenbräu
  • Halbes Hendl: 11,90 Euro
  • Schmankerl: Der „weltberühmte“ Franziskaner-Kaiserschmarrn mit warmem Zwetschgenröster für 15,80 Euro
  • Günstig essen: wechselndes Mittagsgericht von Montag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr für 14,70 Euro, Mittagsmenü von Montag bis Donnerstag von 12 bis 15 Uhr: Pfannkuchensuppe, Ente mit Kartoffelknödel und Haferl Kaffee (zum Mitnehmen) für 16,90 Euro
  • Sitzplätze: 5361 Plätze im Zelt, 1187 im Biergarten
  • Raucher: Raucherbalkon, Wiedereinlasskarten für Raucher
  • Musik: Die Niederalmer (täglich ab 12 Uhr)
  • Gut zu wissen: Ihre Wiesn-Gutscheine können Sie bis 31.10. im Löwenbräukeller und im Franziskaner an der Oper einlösen. Außerdem gibt es einen Schnaps aus München.
Das Schützenfestzelt bietet den Gästen fast 5400 Plätze.

Die Wirtsfamilie

Seit 1980 befindet sich das Schützenfestzelt in der Hand der Reinbolds. Als Vater Edi (76) die Festhalle damals übernommen hatte, war es nicht leicht: „Ich habe mit 37 Bedienungen angefangen, heute sind es über 230.“ Jetzt kümmern sich hauptsächlich seine Söhne Ludwig (32) und Mathias (33) um das Schützenfestzelt. Papa Edi mischt aber weiterhin mit. Ludwig: „Er weiß immer bestens Bescheid.“

Wirtsfamilie: Vater Edi (M.) mit seinen Söhnen Ludwig (l.) und Mathias (r.)

Die bisherigen Teile unserer Wiesn-Serie: Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition bleibt auf dem Teppich. Stephanie Spendler vom Löwenbräuzelt lässt das Auto auch morgens lieber stehen.

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