Vermeintliche SS-Runen

Wirbel um Ordner-Ausweis im Hackerzelt

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SS-Runen? Mitnichten. Lediglich die Zahl 44 ist auf dem Ausweis des Ordners zu sehen.

München - Ein Ordner-Ausweis im Hackerzelt hat am Sonntag für Wirbel gesorgt. Statt einer Nummer war darauf scheinbar eine SS-Rune zu sehen. Der Münchner Merkur erklärt, was wirklich dahintersteckte.

Am Sonntagmittag verbreitet sich im Internet rasend schnell ein Foto aus dem Hackerzelt, das nach Ärger aussieht: Ein Besucher hatte am Samstag einen Ordner fotografiert, auf dessen Ausweis scheinbar verbotene „SS-Runen“ abgebildet waren. Das Symbol aus dem Dritten Reich, das aus zwei zackigen „S“ besteht, ist in Deutschland, genau wie das Hakenkreuz, verboten.

Hackerzelt-Wirt Toni Roiderer reagiert sofort, als er von dem Bild erfährt. Er lässt eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes im Zelt zu sich rufen. Die hat bereits von dem Ärger gehört, denn auch die Polizei ist inzwischen eingeschaltet. Doch die gibt bald Entwarnung: „Es handelt sich um die Ordner-Nummer 44, die ähnlich wie die SS-Runen geschrieben wurde“, sagt Polizeisprecher Wolfgang Wenger. „Es deutet nichts auf einen rechtsradikalen Hintergrund hin.“ Nicht der Ordner selbst habe die Zahl so geschrieben, sondern eine ältere Dame aus Kroatien, die die „4“ nun einmal so schreibe. „So etwas wäre nur strafbar, wenn auch ein subjektiver Tatbestand vorliegen würde, das heißt, derjenige muss wissen, dass es sich um ein verbotenes Symbol handelt“, erklärt Wenger.

Tatsächlich hatte nach Informationen des Münchner Merkur die Mutter des Chefs des Sicherheitsunternehmens nichtsahnend die Zahlen so geschrieben – und das nicht nur fürs Hacker, sondern auch noch für ein weiteres Zelt. Der Chef des Sicherheitsunternehmens versteht die Aufregung nicht: „Kindergarten“, sagt er. Trotzdem sind die Nummern noch am Wochenende alle umgeschrieben worden.

Doch die Frage bleibt, wie die runen-ähnlichen 4er dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) durchrutschen konnten. Seit diesem Jahr muss jeder Ausweis ein Siegel des KVR tragen. „Uns kommt es vor allem auf das Foto und den Namen an, damit wir schnell sehen können, ob es sich um denjenigen handelt, den wir im Vorfeld überprüft haben“, sagte Tamara Geiger, Leiterin des KVR-Wiesn-Büros, unserer Zeitung. Die Nummer müsse gar nicht auf dem Ausweis stehen, sondern könne auch direkt an der Kleidung des Ordners angebracht sein. Als der betreffende Ausweis sein Siegel bekam, war noch keine Nummer eingetragen. Beim KVR überlegt man, künftig auf einheitliche Ausweise für alle Ordner zu setzen. Dann könnte so ein Missgeschick nicht mehr passieren.

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Philipp Vetter

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